Historisches von Zell


Vorwort:

Die Gemeinde Zell im Regierungsbezirk Oberpfalz gehörte zum Rentamt Amberg/Landgericht Wetterfeld. Seit 1777 (Kurpfalzbayern) gehört der Ort zu Bayern. Die Freiherrn von Rummel besaßen hier die offene Hofmark Lobenstein/Zell. 1777 erlosch mit dem Tod Maximilians III. die sogenannte 'ludowizische' (altbayerische) Linie der Wittelsbacher im Mannesstamm. Damit trat ein Erbfall ein, der bereits 1329 im Hausvertrag von Pavia von den Wittelsbachern festgeschrieben worden war. Er besagte, daß alle Rechte und Besitzungen der ausgestorbenen Linie an die überlebende Linie - in diesem Fall die 'rudolfinische' (pfälzische) Linie - übergehen sollten. Die Orte, die mit '1777' datiert sind, kamen also nicht neu zum jetzt vereinten Pfalz-Bayern, sondern waren auch bereits vorher im Besitz der einen oder anderen wittelsbachischen Linie.


Der Name Zell

Der Ort Zell geht, wie viele weitere Orte mit dem Namen Zell in dieser Region, auf eine klösterliche Gründung zurück. Er wird bereits 1326 in den Pfarrverzeichnissen des Bistums Regensburg als Pfarrort ausgewiesen.



Purkstal bei Zelle

1339 erwirbt Dietrich der Hofer den ‚Purkstal bei Zelle' und baut diesen zu einer Burg aus. Die Hofer, die jetzt nach ihrem Stammsitz ‚Hofer von Lobenstein' nennen, steigen zu einem der mächtigsten Geschlechter der südlichen Oberpfalz auf.


Baierisch und Pfälzisch

Mit der Aufteilung des Wittelsbacher Herzoghauses in eine bayerische und eine pfälzerische Linie wird auch die Ortschaft Zell in ein oberes und ein unteres Dorf geteilt. Oberzell wird dabei pfälzisch, Unterzell bleibt dagegen bayerisch. In der Zeit der Reformation nehmen die Oberzeller in der Hofmark Lobenstein auch den Glauben ihres Landesherren an und werden protestantisch.


Lobenstein wird zerstört

In den Wirren der Hussitenkriege und dann wohl endgültig im 30-jährigen Krieg wird die Burg Lobenstein zerstört.


Ein neues Schloss

Die Hofer bauen im Dorf Zell ein neues Schloss, die heutige Schlossbrauerei Schwarzfischer. Nach dem 30-jährigen Krieg verlassen die protestantischen Hofer Lobenstein und ziehen ins Schwäbische. Das Schloss wechselt in der Folgezeit des öfteren seinen Besitzer, bis 1825 der Brauer Josef Schwarzfischer aus Kirchenrohrbach das Anwesen erwirbt. Dort erzählt auch heute noch ein riesiges Wandgemälde im Nebenzimmer der Gaststube von der langen Geschichte Zells und deren Eroberern.


Gebietsreform 1972

Im Zuge der Gebietsreform werden 1972 die Gemeinden Zell, Beucherling und Schillertswiesen zu einer Gemeinde zusammengelegt. Am 1. Juli 1983 werden dann die Ortsnamen Ober- und Unterzell aufgehoben. Die offizielle Bezeichnung für das Dorf und die Gemeinde lautet fortan ‚Zell'.