Hetzenbach


Das Dorf Hetzenbach selbst kann auf eine 750 Jahre lange Geschichte zurückblicken. Davon zeugt der Eintrag 'Huzinbach' im Urbar des Klosters Walderbach vom 11. Oktober 1249.
Nach alten Grenzbeschreibungen (1530, 1571, 1604) war die Straße von Regensburg nach Cham zugleich Landesgrenze zwischen Bayern und Pfalz.

Der Ort Hetzenbach war ebenso wie das nahe Pfarrdorf Zell geteilt. Was südlich der Straße lag, gehörte zur Herrschaft Falkenstein und damit zu Bayern - somit also auch die 'Taverne', das Wirtshaus. Der nördliche Ortsteil war der Pfalz einverleibt. Diese Grenze bestand bis zum Jahre 1831.

In der Zeit der Reformation wechselte die Pfalz wiederholt den Glauben (1656 lutherisch, 1562 kalvinisch, ab 1629 katholisch), währenddessen der bayerische Landesteil immer katholisch blieb. An der Landesgrenze wurden für den grenzüberschreitenden Handel Mautgebühren erhoben, die ebenso wie auch die Marktgebühren der Herrschaft Falkenstein zugefallen sind.
Der Ort gehört heute zur Gemeinde Zell im Landkreis Cham. Die Region gehört zum Naturpark 'Vorderer Bayerischer Wald' und ist touristisch dem 'Urlaubsland am Regen' zugeordnet.

Am Leonharditag findet regelmässig ein Kleintiermarkt mit Gänsen, Enten, Hühnern und Tauben sowie Kaninchen, Schafen und Ziegen Beachtung. Besonders gut besucht ist der nun schon seit mehreren Jahren stattfindende Pferderitt. Von der Waldkapelle Heilig Kreuz bei Thannhof ziehen Pferde in stattlicher Zahl (weit über 100) über den 'Himmelleitenweg' zur Leonhardi-Kirche in Hetzenbach, wo der Ortsgeistliche den Segen spricht.

Hernach wird den anwesenden Tierhaltern das Leonhardi-Brot angeboten, daß gemäß einer uralt überlieferten Rezeptur von Hetzenbacher Familien selbst gebacken wird. Am 19.11.1999 wird in einer Versammlung von interessierten Personen der 'Leonhardi-Verein' gegründet. Der Verein hat sich die Brauchtumspflege sowie den Erhalt der Jahrmärkte an Pfingsten und am Leonharditag zum Ziel gesetzt.